Wie dicht liegen politischer Wahnsinn und militärisches Pflichtbewusstsein beieinander?
Wer sich seiner Fähigkeiten beraubt macht sich selbst wertlos.

Die Medienberichte der letzten Wochen unter dem Titel „Pinzgauer-Revolte im Bundesheer“ haben ausführlich dargelegt, dass man den Verbänden des Bundesheeres mangels Budgetmittel auch einsatzbereite geländegängige Fahrzeuge wegnimmt, um diese zu verkaufen.

Selbst wenn man davon ausgeht, dass die Beamten des BMLVS im Sinne der von der Politik verordneten Sparmaßnahmen dies als notwendig erachten, muss man feststellen, dass man damit aus militärischer Sicht folgende Auswirkungen erzwingt:

1) Die Truppe wird so um ihre Mobilität in krisenhaften Situationen gebracht und in der Erfüllung ihrer Aufgaben gravierend beeinträchtigt. Das muss sich auf die Motivation nachhaltig auswirken und stellt für mögliche Einsatzszenarien (Hochwasser, Schneekatastrophen etc.) ein unerhörtes Risiko dar, die vorhandenen Truppen nicht einsetzen zu können.

2) Die vermutliche Absicht des BMLVS, die Truppe unter Berufung auf die unzureichenden Geldmittel „uneinsetzbar zu machen“, birgt die Wahrscheinlichkeit in sich, dass als „österreichische Lösung“ die Abschaffung des Bundesheeres diskutiert werden wird statt mehr Mittel bereit zu stellen.

„Die Axt im Haus erspart den Zimmermann“ lautet ein Sprichwort.

 

Statt die vorhandenen Pinzgauer gänzlich aus dem Verkehr zu ziehen wäre es im Sinne dieses Sprichwortes wohl besser gewesen, sie so lange wie möglich betriebsbereit zu halten. Allerdings in den Werkstätten des Bundesheeres und nicht in zivilen Werkstätten. Die Truppe hat schon immer bewiesen, dass sie Unmögliches möglich machen kann. Mit Sicherheit hätten so viele der Pinzgauer noch lange ihren Dienst bei den Verbänden leisten und die Truppe einsatzbereit bleiben können. Und wenn man in kleinen Tranchen ein geeignetes Ersatzfahrzeug beschafft hätte, wäre man dem Begriff Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit vermutlich wirklich nahe gekommen.

So aber macht man die Truppe unbrauchbar und es ist beschämend, wenn sich die Kommandanten der Verbände für berechtigte Kritik an dieser Vorgehensweise sogar rechtfertigen müssen. Denn die Aufgaben der Truppe sind unverändert, nur hat man ihr nun auch bisher vorhandene wichtige Mittel dafür genommen.

Die IGBO fordert daher neuerlich ein sofortiges Überdenken der „Sparmaßnahmen“ für das Bundesheer und absolute Seriosität in der Wahrnehmung der Sicherheitsinteressen unserer Republik!