Diskussion über Luftraumüberwachung ist beschämend!
Wo bleibt unsere Selbstachtung?

Anlässlich des heutigen Staatsbesuches des russischen Präsidenten in Österreich wird auch die Frage der Überwachung des Luftraumes diskutiert. Zum Beispiel in der heutigen Printausgabe des Der Standard.

Aus Sicht der Interessensgemeinschaft der Berufsoffiziere (IGBO) stellen sich betreffend der dargelegten Meinungen folgende Fragen:

Was denken sich jene, die zum Beispiel die Frage der Sicherung unseres Luftraumes mit einer „Nacheile“ durch (schon in der Luft befindliche) Luftfahrzeuge eines Nachbarlandes „erledigen“ wollen? Hat von diesen Menschen schon einer daran gedacht, dass sich etwa ein Terrorist auch bei uns eines Flugzeuges bemächtigen könnte und damit ein Ziel in Österreich oder auch in einem der Nachbarstaaten gefährden könnte? Dann sollen ausländische Militärjets diesem Flugzeug „nacheilen“? Das wäre schon möglich, aber nur dann, wenn der österreichische Luftraum rund um die Uhr ein Tummelplatz für alle ausländischen Militärluftfahrzeuge wäre.

Und noch etwas: Nur österreichische Militärflugzeuge fliegen nach den Regeln der zivilen (österreichischen und europäischen) Behörden. Alle ausländischen Militärluftfahrzeuge fliegen ausnahmslos nach den militärischen Regeln ihres Landes, sind für die zivile Luftraumkontrolle meist „unsichtbar“ und daher auch nicht kontrollierbar. Hat sich schon einmal jemand die möglichen Konsequenzen daraus überlegt?

Die Luftraumüberwachung zu vernachlässigen muss als grob fahrlässig beurteilt werden! Die Sicherheit Österreichs unseren Nachbarstaaten „anlasten“ zu wollen ist beschämend und signalisiert nicht vorhandenes Selbstbewusstsein.

Die erforderlichen Kosten für unsere Fliegerkräfte nicht zu budgetieren, sondern irgendwoher aus dem Budget des Bundesheeres zu nehmen, ist „Spekulation“ mit unserer Sicherheit!

Die IGBO fordert daher ein sofortiges Überdenken der „Sparmaßnahmen“ für das Bundesheer und absolute Seriosität in der Wahrnehmung der Sicherheitsinteressen unserer Republik!