Ein persönlicher Eindruck von der Großdemonstration der Gemeindebediensteten und des Öffentlichen Dienstes am Ballhausplatz am 18. Dezember 2013

Die gestern von den Gewerkschaften der Gemeindebediensteten und des Öffentlichen Dienstes gemeinsam durchgeführte „Großdemonstration“ war nicht nur gut organisiert, sie vermittelte auch ein gutes Stimmungsbild der Mitglieder aus beiden Interessensvertretungen.

Dabei kam ganz deutlich zum Ausdruck, was den betroffenen Menschen tatsächlich Sorge bereitet: Zunehmend können Menschen von ihren Bezügen schon während ihrer „aktiven“ Zeit nicht mehr leben. Wie also soll das erst in deren Pensionszeit werden?

Teilzeit-Arbeitsverhältnisse und damit verbunden extrem niedrige Löhne reichen gereichen zwar den Unternehmen zum Vorteil  durch  geringe Personalkosten, schaden aber dem Staat durch geringeres Steueraufkommen und vor allem den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern durch unzureichendes Einkommen und fehlende Rücklagen für die Pensionen.

Es ist nicht wirklich zu verstehen, warum eine solche Entwicklung zugelassen oder nicht erkannt wird und damit soziale Instabilität und negative politische Entwicklungen bis hin zu sozialen Unruhen provoziert werden.

Die politisch Verantwortlichen lassen die besagten Zustände nicht nur zu, sie handeln in Wirklichkeit auch so. Denken wir nur daran, dass Zeitsoldaten als „Sachaufwand“ behandelt werden, statt als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, und ihnen für ihren Dienst am Staat sogar nur ein geringer Anteil der Dienstzeit als Voraussetzung für die Pension anerkannt wird. Ist das ein vorbildhafter korrekter Umgang mit Menschen?

Das Verhalten der politischen Verantwortungsträger (Bundesregierung und Nationalrat) aber auch mancher Bereiche aus Wirtschaft und Handel geht in Richtung Menschenverachtung und Ausbeutung und ist mit „Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Österreich“ nur dann zu rechtfertigen, wenn man ausschließlich das Wohl und das Wohlwollen von Aktionären im Auge hat.

Ich hoffe, dass mit der gestern demonstrierte enorme Solidarität ein Signal für Besonnenheit und zu Umkehr gesetzt wurde.

Denn wir leben nicht um zu arbeiten, sondern arbeiten, um davon menschenwürdig leben zu können.

Ja, alle sollen vom Erarbeiteten „ihren Kuchen“ abbekommen und nicht nur einige Wenige immer mehr. Maß halten und maßvoll sein ist gefragt.

Dies ist aus der christlichen Soziallehre ableitbar, findet sich aber auch in den Grundsätzen der sozialistischen Ideologie. Die derzeitigen Regierungspartner wären daher gut beraten, ihren politischen Grundsätzen zu folgen und im Interesse der gesamten Bevölkerung zu handeln.

Mein Eindruck von der gestrigen „Großdemonstration“ ist jedenfalls, dass die Geduld der Menschen mit „Abzockern und Ausbeutern“ am Ende ist.