Studie "Die Netzwerkgesellschaft und Krisenmanagement 2.0" - Kurzfassung

In den vergangenen zwei Jahrzehnten erfolgte ein exponentieller Anstieg bei der Verbreitung von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Parallel dazu stiegen auch der Grad der technischen Vernetzung und die Komplexität der technischen Systeme an. Der technische Fortschritt führte auch zu einer deutlichen Verbesserung der technischen Sicherheit. Trotz allem musste aber parallel dazu sowohl eine massive quantitative als auch qualitative Zunahme von Störfällen beobachtet werden, die sich im Wesentlichen auf die Problematik der soziotechnischen Interaktion zwischen Technik und Mensch zurückführen lassen: Der Mensch stellt als komplexes System eine universelle Sicherheitsschwachstelle in zu wenig fehlertoleranten technischen Systemen dar. Mittlerweile kommt es zu einem verstärkten Einsatz dieser fehleranfälligen Systeme im Bereich der Kritischen Infrastruktur und Industrieanlagen. Daher kommt es auch vermehrt zu einem Transfer der typischen IKT-Sicherheitsprobleme wie etwa Schadsoftware, Hackerangriffe oder die Abhängigkeit von der Energieversorgung. Ein größerer Ausfall im Bereich der Kritischen Infrastrukturen führt durch Kaskadeneffekte rasch zu folgenschweren Auswirkungen für das gesamte Gesellschaftsleben. Durch die Analyse des Themas „Intelligente Stromzähler“ und „Blackout“ wurde die These abgeleitet, dass durch die Veränderungen in Technologie, Gesellschaft und Politik neue Herausforderungen für das nationale Krisenmanagement entstanden sind.


Die vorliegende Arbeit untersucht durch einen ganzheitlichen, systemischen Ansatz die Hintergründe der Komplexitätssteigerung.

Inhalt:
* Kapitel 1 - Einleitung
* Im Kapitel 2, Grundlagen, wird das wesentliche Hintergrundwissen zum Verständnis der weiteren Bearbeitungen vermittelt.
* Das Kapitel 3 - die Netzwerkgesellschaft und die sich damit massiv verändernden Umfeldbedingungen ("Gesellschaftliche Veränderungen") adressiert alle Empfänger. Möglicherweise werden damit aktuelle Veränderungen und Krisen leichter nachvollziehbar bzw. lassen sich damit nachhaltige Handlungsoptionen besser ableiten.
* Im Kapitel 4, Kybernetik, erfolgt eine Vertiefung in die Kybernetik. Die Kybernetik stellt ein wichtiges Werkzeug für den Umgang mit komplexen Systemen dar.
* Das Kapitel 5 - "Krisenmanagement 2.0" oder besser Chancenmanagement adressiert vor allem jene Personen, die bereits heute im Krisenmanagement tätig sind, aber in Teilen auch jene, die in irgend einer Form in die Entwicklung von neuen, zukunftsweisenden und nachhaltigen Technologien/Infrastrukturen/Organisationen (Stichwort Smart) involviert sind (Stichwort "Systemgestaltung").
* Das Kapitel 6 - "Eine Sensitivitätsanalyse am Beispielszenario Blackout" stellt eine Ergänzung zu meiner Seminararbeit
"Blackout - Eine nationale Herausforderung bereits vor der Krise" dar. Dieses Kapitel beleuchtet vor allem die umfangreichen Interdependenzen. Darüber hinaus wird damit das Potential der Sensitivitätsanalyse beim Umgang mit komplexen Szenarien und Fragestellungen dargestellt.
* Das Kapitel 7, Zusammenfassung und Ausblicke, fasst die wichtigsten Erkenntnisse und Ableitungen zusammen.

Es ist nicht erforderlich, die Arbeit stringent von vorne bis hinten zu lesen. Soweit es für das Verständnis erforderlich erscheint, stehen entsprechende Querverweise zur Verfügung. Darüber hinaus werden im Sinne der Vernetzung und besseren Nachvollziehbarkeit immer wieder Querverbindungen zu anderen Themen hergestellt.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass wir uns in einer massiven Veränderungsphase mit vielen Ungewiss- und Unsicherheiten befinden, die - wenn man die Möglichkeiten rechtzeitig erkennt und annimmt - auch große Chancen bietet. Die Arbeit steht damit im Einklang mit der Gründungsfrage von Cyber Security Austria - wie ist mit "The Dark Side of Connectivity" (WEF) umzugehen? Die stark vereinfachte Antwort lautet - mit einer aktiven und nachhaltigen Systemgestaltung und mit vernetztem Denken und Handeln, welches über Systemgrenzen hinausgeht. Wie sich auch verdichtet hat, wird in naher Zukunft der Umbruch der Energieversorgung eine ganz zentrale Rolle im gesellschaftlichen Leben einnehmen. Vieles wird davon abhängen, wie rasch und erfolgreich die Energiewende gelingt bzw. welche Rückschläge diese behindern werden.

Die Studie richtet sich vor allem an Vertreter aus den Bereichen der
* Politik,
* Wissenschaft und Forschung,
* Wirtschaft sowie dem
* Krisenmanagement.

Die Studie
"Die Netzwerkgesellschaft und Krisenmanagement 2.0" basiert auf der gleichnamigen Diplomarbeit, welche im Rahmen des durch die IGBO unterstützten Masterstudiums "Unternehmensentwicklung mit Vertiefungsgebiet Sicherheitsforschung" an der Hochschule für Management Budapest (AVF) entstanden ist.

Die in dieser Arbeit behandelten Themen und gesellschaftlichen Veränderungen liefern auch einen Beitrag zur aktuellen Diskussion rund um das Thema Sicherheitspolitik und Wehrsystem der Zukunft.