Die nächsten Monate werden für das europäische Stromnetz zur besonderen Belastungsprobe - möglicherweise mit einem folgenschweren Kollaps.
Eine unvorbereitet Bevölkerung wird um so härter getroffen - daher sollte sich jeder ein paar persönliche Gedanken zu diesem Thema machen.
Ich hoffe, dass ich unrecht behalte, viele Anzeichen sprechen aber leider dagegen.

 „Hoffnung ist eben nicht Optimismus, ist nicht Überzeugung, daß etwas gut ausgeht, sondern die Gewißheit, daß etwas Sinn hat - ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.“ Václav Havel

Daher mache ich auf dieses Thema aufmerksam.
Es ist kein Schicksalsszenario - man kann sich einfach vorbereiten und damit einem solchen Ereignis den Schrecken nehmen.

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Blackout - ein plötzlicher, überregionaler und länger andauernder Stromausfall Eine unvorbereitete Bevölkerung wird umso härter getroffen! 

Heuer gab es in mehreren Wiener Bezirken größere Stromausfälle, über die auch in den Me­dien berichtet wurde. Dabei handelte es sich um kleinräumige Ausfälle der Stromversorgung ohne größere Auswirkungen. Mit einem Blackout hatten diese Ausfälle jedoch nichts zu tun. Von einem solchen ist erst dann zu sprechen, wenn es zu einem großflächigen Ausfall des Übertragungsnetzes kommt. Etwa, dass mehrere Bundesländer oder sogar Länder betroffen sind, wie zuletzt 2006, wo temporär weite Teile Europas ohne Strom waren. Der Osten Ös­terreichs war damals nicht davon betroffen.

Das Thema Energiewende ist seit dem schweren Zwischenfall im japanischen Atomkraftwerk Fukushima allgegenwärtig. In Deutschland wurden unmittelbar danach zahlreiche Atom­kraftwerke abgeschaltet bzw. der rasche Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Der Ausbau der dezentralen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern wird massiv ge­fördert. Im September 2012 wurde in Deutschland erstmals soviel Strom aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt, wie mit rund 25 Atomkraftwerken produziert werden kann. Was grundsätzlich ein großer Erfolg ist. Der Haken an der Sache ist aber, dass es sich um Spitzen­leistungen und keine Dauerleistungen handelt. Dadurch wird es immer schwieriger, das eu­ropäische Stromnetz stabil zu halten, da Strom nicht einfach zwischengespeichert werden kann und sich der Stromverbrauch nicht nach den Erzeugungskapazitäten richtet. Darüber hinaus fehlen wichtige Leitungsstrecken. Das führt etwa dazu, dass die Stromnetzbetreiber immer häufiger in die Netzstabilisierung eingreifen müssen. So waren etwa beim deutschen Netzbetreiber Tennet 2003 nur zwei Eingriffe zur Erhaltung der Netzstabilität erforderlich, 2011 waren es bereits 998 Eingriffe oder dreimal so viele wie noch 2010. Obwohl für 2011 erneut Spitzenwerte bei der Versorgungssicherheit gemeldet werden, wird das Stromnetz zunehmend instabiler. Dies führt auch dazu, dass es für den kommenden Winter in Deutsch­land eine steigende Anzahl von Warnungen vor Blackouts gibt, u. a. auch vom deutschen Wirtschaftsminister. Dabei kommt es durchaus auch zu einem Schlagabtausch zwischen Atomstrombefürworter und -gegner.

Was hat das mit Österreich zu tun?

Das österreichische Übertragungsnetz ist in ein gesamteuropäisches Übertragungsnetz eingebettet. Größere Störungen oder Ausfälle in einem Teil dieses Netzes wirken sich auch auf das restliche System aus. Daher kann ein Blackout das in Deutschland ausgelöst wird auch das österreichische Stromversorgungssystem zum Kollabieren bringen. Die Energiewirtschaft wird alles daran setzen, um ein solches Szenario zu verhindern, dennoch kann es nicht ausgeschlossen werden.

Was ist zu tun, wenn es doch zum Blackout kommt?

Zuerst einmal feststellen, ob es sich vielleicht nur um eine lokale Störung handelt. Wenn dies ausgeschlossen werden kann, dann schalten sie ein Radio und den Sender von Ö3 (99,9 MHz) ein, um weitere Informationen zu erhalten. Dazu müssen sie aber über ein Radio verfügen, dass vom Stromnetz unabhängig funktioniert (Batterieradio, Autoradio, Handy mit Kopfhörer = Antenne). Das Radio ist das wichtigste Kommunikationsmittel in einer solchen Situation, um Informationen und Handlungsanweisungen zu erhalten. Informieren sie danach auch ihre Umgebung und Nachbarn über die Situation. Gerade die Nachbarschaftshilfe und der Zusammenhalt sind in einer solchen Situation besonders wichtig, da so gut wie alle gewohnten Infrastrukturleistungen mit dem Stromausfall auch ausfallen. Darüber hinaus werden die Einsatzorganisationen eine Vielzahl von Einsätzen zu bewältigen haben und brauchen jede erdenklich mögliche Unterstützung und Entlastung. Auch die Festnetz-und Mobilfunknetze fallen bei einem Blackout sehr rasch aus, nicht zu Letzt auch wegen Überlastung. Vermeiden sie daher Anrufe, um eine ev. wirklich notwendige Notfallkommunikation noch so lange als möglich zu ermöglichen.

Die Dauer eines solchen Szenarios ist schwer vorhersehbar. Sollte es zu einem europaweiten Blackout kommen, kann es durchaus 24 Stunden dauern, bis die Stromversorgung wieder weitgehend hergestellt ist. In Wien leben wir in der glücklichen Lage, dass die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung auch bei einem Stromausfall weitgehend funktionieren wird. Probleme sind in höhergelegenen Gebieten oder Hochhäusern zu erwarten. In den ersten 24 Stunden sind die Information, Trinkwasser, Beleuchtung und ev. wärmende Kleidung am wichtigsten. Zu berücksichtigen ist aber, dass durch die Just-in-Time Logistik die Lebensmittelversorgung relativ rasch an Grenzen stößt. Während des Stromausfalls sind die Geschäfte geschlossen. Aber auch nach Wiederherstellung der Stromversorgung wird es eine Zeit dauern, bis die Produktion und Verteilung wieder voll funktioniert. Daher müssen auch nach einem längeren Blackout Engpässe in der Versorgung erwartet werden. Diese können durch die vom Zivilschutz empfohlenen Eigenbevorratungsmaßnahmen einfach überbrückt werden, wobei diese nicht nur für einen Stromausfall Sinn machen. Diese verursachen keine wirklichen Mehrkosten, da sie nur eine Zwischenlagerung von sowieso benötigten Dingen darstellen. Es empfiehlt sich daher in jedem Fall, eine gewisse Versorgungsautarkie für ein paar Tage mit den wichtigsten Dingen (Lebensmittel, Medikamente, etc.) sicherzustellen.

Der erste und wichtigste Schritt ist die persönliche Auseinandersetzung mit diesem Thema und die Beurteilung, welche persönlichen Folgen zu erwarten sind. Damit kann das Schreckenspotential deutlich reduziert werden. Nichts ist schlimmer, wie wenn man durch ein Ereignis völlig unvorbereitet getroffen und überrascht wird.

Noch ein wichtiger Hinweis! Man kommt auch temporär ohne Strom aus, daher ist die Anschaffung eines Notstromaggregates wenig sinnvoll und schafft nur zusätzliche Probleme. Nehmen sie bitte daher davon Abstand!