Was wollen wir mit dem Nationalfeiertag signalisieren?

 

 

Diese Frage stelle ich mir, wenn mehr als 72 % bei der Leserumfrage einer Tageszeitung (Zwischenstand am 25.10.2012 um 1850 Uhr) sagen, dass sie den Nationalfeiertag für richtig halten.

Nun, wahrscheinlich gibt eine ganze Menge an Möglichkeiten, in der Geschichte der zweiten Republik sinnvolle Erklärungen dafür zu finden. Vielleicht mag es sogar in der Geschichte noch weiter zurückreichende Argumente geben, um den Nationalfeiertag heutiger Prägung sinnhaft erscheinen zu lassen.

 

Ich könnte mir aber auch folgende Überlegung dazu vorstellen:

Könnte man nicht jene Aspekte an- und aussprechen, die für die Zukunft unseres Landes von besonderer Bedeutung sind?

Was, wenn wir uns mit Intelligenz beschäftigten?

 

Nein, nicht mit der Intelligenz Einzelner, und seien sie auch Politiker. Auch nicht mit der Intelligenz einzelner Organisationen oder Medien, seien sie noch so parteipolitisch ausgerichtet.

Was ich ansprechen will ist die Intelligenz der österreichischen Gesellschaft. Lesen sie unbesorgt weiter, dann werden sie gleich sehen, was damit angesprochen werden soll.

Man unterscheidet zwischen Intelligenz von Einzelpersonen, Intelligenz sozialer Systeme (also zum Beispiel von Staaten) und Intelligenz von Unternehmungen.

Grundsätzlich ist mit Intelligenz die Fähigkeit gemeint, sich in ungewohnten Situationen schnell zurecht zu finden, das Wesentliche eines Sachverhaltes rasch und richtig zu erfassen, geistige Beweglichkeit, Fähigkeit zum raschen Denken und Urteilen.

Das trifft sowohl auf Einzelpersonen zu als auch auf Systeme wie etwa Unternehmen.

Für soziale Systeme treten aber noch andere Faktoren hinzu. Etwa der Harmonisierungsgrad der integrativen Gesamtschau der Strategie-Struktur-Kultur-Integration.

Damit ist angesprochen:

Vernetztes Denken, eine gewisse Bandbreite von kulturell unterschiedlichen Gruppen und deren Förderung, Freiraum für Selbstlenkungseffekte, lokale Autonomie statt Zentralismus, soziales Management, das sich primär an den Menschen und nicht an Zahlen orientiert, Förderung aller Bildungsmaßnahmen, Offenheit, gute Kommunikation und Diskussionsfähigkeit.

Insgesamt wird dargestellt, dass auch Staaten nur so intelligent sein können, wie es die Summe der Intelligenz seiner Staatsbürgerinnen und Staatsbürger zulässt.

 

 

Daher wäre es eine Schwächung der Intelligenz Österreichs, wenn man – wie Darabos offensichtlich meint – den Berufssoldaten des Bundesheeres verweigerte, sich an Diskussionen zu beteiligen.

Wollen wir das? Soll gerade am Vorabend unseres Nationalfeiertages genau das signalisiert werden? Ich glaube, dass dies nicht intelligent wäre.

 

Gestatten sie mir noch zwei Anmerkungen:

1)    Wer selbst im Glashaus sitzt, weil er auf Kosten des Bundesheeres für eine parteipolitische Idee unterschwellig wirbt, soll nicht mit Steinen auf jene werfen, denen die Intelligenz Österreichs ein Anliegen ist.

2)    Auf Quellenangaben wurde bewusst verzichtet, weil es sich hier ja nicht um eine wissenschaftliche Arbeit handelt. Auf Wunsch werden die Quellen aber im Wege der Redaktion gerne genannt.