Wer Sachzwänge erkennt und aufzeigt, muss kein Gegner sein!
Vernetztes Denken ist gefragt.

Mit Interesse hat die Interessensgemeinschaft der Berufsoffiziere (IGBO) festgestellt, dass immer mehr Sachzwänge erkennbar werden, die im Zusammenhang mit einer Änderung des Wehrsystems in Österreich gegeben sind.

Denn die Befürworter einer Beendigung der Wehrpflicht haben bisher nicht offen gelegt, aufgrund welcher gesetzlichen Bestimmungen das gewünschte „Profi-Heer“ und die „Profi-Miliz“ umgesetzt werden sollen. Das aber ist entscheidend dafür, welche Kosten daraus entstehen und zu bedecken sind.

Die derzeitigen gesetzlichen Bestimmungen sehen eine umfassende soziale Absicherung sowohl der Berufs- als auch der Milizsoldaten und aller Rekruten vor. Offensichtlich auf Basis dieser Bestimmungen wurden die bisher genannten Kosten einer Umstellung nach den Vorstellungen von BM Mag. Darabos nachgerechnet und dabei festgestellt, dass mit diesen Beträgen nicht das Auslangen gefunden werden kann.

Statt die für diese Überprüfung Verantwortlichen zu belobigen, weil vor Fehlkalkulationen gewarnt wird, stellt man sie jedoch als „Gegner“ und „ewig Gestrige“ hin. Eine mögliche Erklärung dafür könnte sein, dass man bewusst einen Abbau der bisherigen sozialen Absicherung für die Wehrpflichtigen beabsichtigt, um die publizierten Zahlen realisieren zu können.

Diese Verhaltensweise, die sowohl fehlende fachliche als auch menschliche Kompetenz signalisiert, wird von der Interessensgemeinschaft der Berufsoffiziere (IGBO) mit Nachdruck abgelehnt.

Die offensichtlich in Sicherheitsfragen bisher gepflogene Vorgehensweise, einfach etwas zu machen und dann von den Folgen und den dafür erforderlichen Kosten „überrascht“ zu sein, hat vermutlich zum derzeitigen Zustand des Bundesheeres geführt. Der Chefredakteur Hubert Patterer (Kleine Zeitung) hat das in einem Gastvortrag anlässlich einer Kaderkonferenz des Bundesheeres präzise analysiert und aufgezeigt.

Nicht nur aufgrund dieser Analyse wiederholt die Interessensgemeinschaft der Berufsoffiziere (IGBO) die Forderung nach einer nachvollziehbaren Sicherheitsanalyse für Österreich. Das Parlament hätte danach zu beschließen, wie dem Ergebnis dieser Analyse folgend vorzugehen ist, um die Sicherheit Österreichs umfassend sicherstellen zu können.

Die Interessensgemeinschaft der Berufsoffiziere (IGBO) weist in diesem Zusammenhang mit Nachdruck darauf hin, dass nur vernetztes Denken den als notwendig erkannte Effekte sicherstellen kann. Bedenkt man nicht alle nachweislich relevanten Faktoren und legt die notwendigen Maßnahmen in der Diskussion nicht offen, kann man weder (politisch) glaubwürdig noch in der Sachfrage erfolgreich sein.