Am 23. Juni fand gemäß Einberufung die Delegiertenkonferenz 2012 statt.

Im Formalteil erstattete der Vorstand Bericht und wurde durch die Revisoren die korrekte Arbeit des Vorstandes festgestellt.

Im Öffentlichen Teil konnte der Obmann den Präsidenten der ÖOG, Hptm HR Dr. Paulus als Gast begrüßen. Dieser stellte in einer Grußbotschaft die Haltung der ÖOG zur Frage der Wehrpflicht dar.

Nach einem Totengedenken und dem Gedenken an den Gründer der IGBO wurde mittels einer Dankesurkunde Mjr Rainer Antesberger für seine beinahe 10-jährige Tätigkeit als Kassier der IGBO gedankt.

Von den eingeladenen Wehrsprechern der Regierungsparteien hatte sich der Abg. z. NR Prähauser von der SPÖ wegen eines Auslandsaufenthaltes entschuldigt.

Der Wehrsprecher der ÖVP, Abg. z. NR Oswald Klikovits, war aber trotz Terminknappheit erschienen und stellte sich den Anwesenden nach einem einstündigen Vortrag weitere drei Stunden zu Diskussionen zur Verfügung.

Hauptpunkt des Vortrages des Wehrsprechers der ÖVP war die Präsentation des "Österreichdienstes". Dieses von der ÖVP als Alternative zum Berufsheer der SPÖ zur Diskussion gestellte Modell basiert auf der Beibehaltung der Wehrpflicht und soll sowohl für die männliche als auch - auf freiwilliger Basis - für die weibliche Jugend mehr Verbundenheit mit der Heimat und soziale Integration ermöglichen.
Darüberhinaus soll es dem Staat (finanzielle) Erleichterungen bei der Sicherstellung verschiedenster Aufgaben ermöglichen. Details dazu können sie umseitig nachlesen und sich selbst ein Bild machen.

Der Vorstand der IGBO bedankt sich bei allen erschienenen Kameraden.
Besonderer Dank gilt dem Militärkommando Salzburg und seinem Kommandanten, Bgdr Heinz Hufler, für die professionelle Unterstützung.

Originaltext des Wehrsprechers der ÖVP, Abg. z. NR Oswald Klokovits:

 

DER ÖSTERREICHDIENST: Reformen für mehr Sicherheit

Der Österreichdienst ist das ÖVP-Modell für eine reformierte Wehrpflicht. Der Österreichdienst gliedert sich in drei Säulen: Den Militärdienst mit Schwergewicht Wehrdienst (Infanterie, Artillerie, Panzer,...), den Militärdienst mit Schwergewicht Katastrophendienst (Pionier, Sanität, ABC-Abwehr,...) und den Zivildienst. Mit dem Österreichdienst hat die ÖVP ein nachhaltiges, zukunftsweisendes Modell erarbeitet, das sowohl verfassungskonform, als auch mit den gegebenen Mitteln finanzierbar ist.

Künftige Aufgaben

Der umfassende Schutz Österreichs bleibt Kernaufgabe des Bundesheeres. Die klassische militärische Landesverteidigung muss aufgrund der neuen Rahmenbedingungen allerdings reorganisiert werden, um zeitgemäß zu bleiben. Der Katastrophenschutz war bereits und bleibt auch in Zukunft ein Aufgabenschwerpunkt. Die Übergänge zwischen Schutz und Hilfe im Katastrophenfall sowie dem Schutz kritischer Infrastruktur sind aber fließend geworden. Verschiedene Ereignisse im letzten Jahrzehnt haben gezeigt, dass die Kooperation von hoch technisierten Einheiten des Bundesheeres mit Kräften der Zivilbevölkerung Hand in Hand gehen muss. Das verlangt auch weiterhin den Erhalt einer regionalen Sicherheitskomponente. Darüber hinaus darf der soziale Schutz unserer Bevölkerung (steigender Pflegebedarf, Behindertenbetreuung, Kranken- und Rettungswesen etc.) nicht vernachlässigt werden.

Aus diesen Grundüberlegungen zur österreichischen Sicherheit leiten sich unter anderem vier zentrale Aufgaben einer umfassenden Sicherheitsvorsorge ab: militärische Landesverteidigung und der Schutz kritischer Infrastruktur, flächendeckender Katastrophenschutz, Auslandseinsätze im Rahmen internationaler Organisationen und Rückholungs- und Geiselbefreiungsaktionen sowie der Zivildienst. Um diese neuen Aufgaben zeitgemäß bewältigen zu können, integriert der Österreich-Dienst militärische und Katastrophenschutzstrukturen und bringt diese unter einen gemeinsamen Schirm. Der Zivildienst bleibt erhalten.

Attraktivität steigern

Das Österreichische Bundesheer ist reformbedürftig, da gibt es keine Zweifel. Viele Rekruten stecken während ihres Präsenzdienstes in Systennerhalterdiensten fest. Das ist frustrierend und demotivierend. Hier wollen wir gezielt gegensteuern:

·         Reduktion der Grundwehrdiener als Systemerhalter
·         Sicherstellung einer herausfordernden und nachhaltigen Ausbildung
·         Einsatz von jungen Menschen entsprechend ihren Fähigkeiten und Neigungen
·         Anrechenbarkeit von erworbenen Ausbildungen im zivilen Leben (z.B. „Katastrophen- und Sicherungsmanager")
·         Verwendung    der     Miliz     vorrangig     für     Einsatzfälle       (Katastrophenschutz,Objektschutz,...)

Warum Österreichdienst?

Mit dem Österreichdienst bekennen wir uns klar zur Wehrpflicht. Denn Leistung für die Heimat ist kein Zwang, sondern erste Bürgerpflicht! Im Rahmen einer umfassenden Sicherheitsvorsorge bleibt es ebenso wichtig, den Zivildienst als Wehrersatzdienst zu erhalten und nach Möglichkeit auszubauen. Denn die dritte große Herausforderung der Zukunft liegt in der sozialen Sicherheit wie zum Beispiel im Sozial- und Pflegebereich.

Ohne die Wehrpflicht droht folgendes Szenario:

·         Rekrutierungsbedarf an Berufssoldaten nicht sichergestellt
·         Rekrutierung an Milizpersonal nicht sichergestellt
·         Reduktion von 28,000 Soldaten auf 9.000
·         Reduktion der Pionierkapazität von 1.800 pro Jahr auf 180 Mi
·         Flächendeckender Katastrophenschutz nicht gewährleistet
·         Flächendeckender Schutz und Sicherung nicht gewährleistet
·         Verfassung & Wehrgesetz & Sicherheitsstrategie & Vertrag von
Lissabon nicht erfüllt
·         Ohne Wehrpflicht kein Zivildienst

Der Österreichdienst. Weil wir Ja zur Landesverteidigung sagen. Weil wir Ja zum Katastrophenschutz sagen. Weil wir Ja zum Zivildienst sagen. Ein gutes Konzept für die Jugend. Ein gutes Konzept für Österreich.