In der aktuellen Ausgabe der Zeitung Der Soldat ist folgende treffende Meinung des "Observer" nachzulesen:

"Ein historischer Schritt"
Man kommt als durchschnittlicher Österreicher in diesen Tages aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. In dem als "Sparpaket" bezeichneten Gemenge neuer Gesetzesvorhaben findet man auch eine in Begutachtung befindliche Regelung, die "Versetzungsbarrieren" abbauen soll. "Beamte sollen künftig gegen ihren Willen versetzt und in einer anderen Verwendung finanziell schlechter gestellt werden können", berichten die "Salzburger Nachrichten" vom 20. Februar. Bundesbedienstete können demnach künftig in andere Besoldungs- und Verwendungsgruppen versetzt werden. Begrenzte finanzielle Verschlechterungen sind dabei nicht ausgeschlossen. Die Beamtenministerin bezeichnete das Vorhaben als "historischen Schritt". Damit würde die  Verwal­tung "moderner und flexibler". Als spezielles Beispiel nannte die Ministerin "Berufssoldaten,  deren Einheit aufgelöst wird". Und sie ergänzte: "In Zukunft könnten solche Staatsdiener in die Verwaltung versetzt werden oder in die Finanzpolizei - je nachdem, wo
  wir Personal brauchen".
 Wenn das einen Beamten der allgemeinen Verwaltung betrifft, der seine zivile Verwaltungstätigkeit in einem anderen Ressort ausübt, dann kann man das sogar verstehen. Aber ein altgedienter Oberstleutnant oder ein junger Vizeleutnant des Bundesheeres, könnten die demnach auch  als "Beamte des Krankenpflegedienstes" Verwendung finden? Oder als Gefängnisaufseher (pardon, Justizwachebeamter) oder im Bundessozialamt? Nichts gegen all diese und andere ehrenwerte Berufe, aber ist der des Soldaten (der "Militärperson") ein Beruf wie jeder andere? Nein, und nochmals nein! Der "allgemeine Verwaltungsdienst" und "Beamte der Allgemeinen Verwaltung" haben mit dem Beruf des Soldaten so viel zu tun, wie ein Politiker mit einem Priester, nämlich überhaupt nichts. Priester und Soldat haben einen Beruf "sui generis", einen der ganz besonderen Art. Sie dienen nur einem einzigen Ziel: der Priester - dem Weg des Menschen zu Gott, der Soldat - der Sicherheit seines Landes in einem besonderem Treueverhältnis. Diese letztgenannte Menschengruppe zu anderen staatlichen Dienst­leistungen gegen ihren Willen zu zwingen, ist vielleicht "ein historischer Schritt", jedoch ein glattes Verkennen eines Berufsstandes. Wenn man das erreichen will, dann werden in Zukunft keine Soldaten, sondern "Söldner" ihren Job tun, die gegen Bezahlung für jedermann (oder jedes Ministerium) - gleichgültig welche Beschäftigung es ist - ohne Ethos arbeiten. Will man das wirklich? Ist das die moderne Vision eines Heeres?
Wenn man Soldaten aus organisatorischen Gründen überzählig hat, dann sollte man sie im eigenen Haus an anderer Stelle sinnvoll verwenden oder ihnen einen freiwilligen Berufswechsel mit einem guten Angebot ermöglichen. Zwang ist die schlechteste Lösung für einen freiwillig gewählten speziellen Beruf. Die Gewerkschaft wird gefordert sein.