Die Diskussion geht hurtig weiter!

Die Diskussion um die Wehrpflicht geht also hurtig weiter und es mutet wirklich seltsam an, dass die Journalisten in Österreich nicht bereit oder in der Lage sind, die Sachlage zu hinterfragen, sondern undifferenziert berichten.

Was meine ich damit?

Nun, es fragt niemand danach, was es bedeutet, wenn in den "Betrieb Bundesheer" alle 6 Monate ein wesentlicher Prozentsatz an "neuen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen" kommen muss.

Das ist aber eine ganz wichtige Frage etwa hinsichtlich der aufzuwendenden Kosten. Denn man benötigt dafür entsprechende Strukturen, Ausbildungspersonal und muss Ausbildungskosten veranschlagen. Je kürzer also der Grundwehrdienst, desto höher die Kosten in diesem Bereich.

Und das, bei gleichzeitigen Zwang zum Sparen - ein wohl kaum aufzulösender Widerspruch, oder?

Wer also die Wehrpflicht in eine bestimmten Dauer festlegt, hat auch die dafür erforderlichen Kosten zu benennen und zu tragen! 

Was durch die Journalisten auch nicht hinterfragt wird ist die - zugegeben philosophische - Frage nach dem "Zwang", den die Wehrpflicht in den Augen einiger Diskutanten in den verschiedenen Blogs darstellt.

Kann ein demokratisch beschlossenes Gesetz "Zwang" sein? Übt ein Staat durch demokratisch beschlossene Gesetze "Zwang" aus?
Wie sieht es denn dann überhaupt mit unserer Gesetzgebung aus? Leben wir sozusagen in einem "Staat des Zwanges"? Oder tragen wir die für unserere Gemeinschaft notwendigen Regeln nicht "freiwillig" mit? Weil wir hier in Österreich leben wollen und nicht in einem anderen Staat, wo es vielleicht noch ganz andere Regeln gibt.

Es wäre wohl an der Zeit, wenn sich die Diskussion um die Wehrpflicht um alle sachlichen Aspekte bemühen würde. Vor allem Politiker und Journalisten müssten sich dieser Fragen besonders annehmen.