Der Standard, 08.03.11

http://derstandard.at/1297819878409/Chronologie-Die-Wendungen-zur-Wehrpflicht

Die Meinung des Verteidigungsministers im Wandel der Zeit

3. Juli 2010 Angesichts der Wehrreformen in anderen europäischen Staaten versichert Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) in der "Tiroler Tageszeitung": "Für mich ist die Wehrpflicht in Stein gemeißelt."

21. September 2010 Die "Kronen Zeitung" titelt: "Mehrheit gegen die Wehrpflicht!!"

4. Oktober 2010 Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) spricht sich sechs Tage vor der Wahl in der Krone plötzlich für eine Volksabstimmung über die Abschaffung der Wehrpflicht aus.

26. Oktober 2010 Am Nationalfeiertag gibt Kanzler Werner Faymann (SPÖ) den Startschuss zu einer Wehrpflichtdebatte.

15. Dezember 2010 Bei einer Enquete in Wien holt sich Darabos Expertenrat - geladen sind vor allem Vertreter europäischer Länder, in denen die Wehrpflicht abgeschafft oder ausgesetzt wurde. Der Verteidigungsminister sieht sich danach "auch persönlich dynamisiert".

12. Jänner 2011 Kanzler Faymann betont nach dem SPÖ-Präsidium, dass seine Partei "weitgehend geschlossen" dafür eintrete, einem Ersatz der Wehrpflicht "besonderes Augenmerk zu schenken".

15. Jänner 2011 Zwei Tage bevor Darabos seine sieben Modelle für die Abschaffung der Wehrpflicht vorlegen will, verkündet er via "Profil": Er persönlich bevorzuge das schwedische Modell. Am selben Tag plädiert sein Generalstabschef Edmund Entacher für die Beibehaltung der Wehrpflicht. Eine Berufsarmee werde entweder mehr kosten oder weniger leisten.

22. Jänner 2011 Darabos erklärt via "Tiroler Tageszeitung": "Wer nicht bereit ist, mit mir gemeinsam das Bundesheer in eine neue Zukunft zu führen, der muss wissen, dass ich nicht vor personellen Konsequenzen zurückschrecke."

24. Jänner 2011 Darabos setzt seinen Generalstabschef ab. Der Bundespräsident und der Koalitionspartner ÖVP reagieren empört.

1. März 2011 Nach wochenlangen Debatten einigen sich SPÖ und ÖVP auf eine neue Sicherheitsdoktrin - die Wehrpflicht bleibt auf den 14 Seiten ausgespart. (red, STANDARD-Printausgabe, 9.3.2011)