Die Interessensgemeinschaft der Berufsoffiziere registriert mit Besorgnis, dass die Zahl der Bewerber um einen Studienplatz an der Theresianischen Militärakademie (FH-Studiengang „Militärische Führung") sinkt.
Die Gründe dafür sieht der Vorstand der IGBO vor allem darin, dass alles unternommen wird, um sowohl das Studium als auch den Offiziersberuf unattraktiv zu machen.
Während die Berufsoffiziere als Voraussetzung für die Ausübung ihres Berufes de facto in allen anderen Staaten ein Diplomstudium absolvieren, will man dies augenscheinlich in Österreich nicht haben und beabsichtigt vom derzeitigen Diplomstudiengang zu einem Bachelorstudiengang zu wechseln. Und einige wenige sollen dann die Möglichkeit erhalten, später (mit ca. 30 Jahren?) auch ein Diplomstudium zu absolvieren.
Dies soll dem Vernehmen nach verknüpft werden mit verschiedenen Funktionen und Führungsebenen. Zusätzlich wird immer wieder als Argument die Bologna-Konformität angeführt.

Die IGBO stellt fest, dass dies ein qualitativer Rückschritt ist, weil in anderen Bereichen des Öffentlichen Dienstes (etwa im Bereich der Juristen) niemand daran denkt, die Voraussetzungen dahingehend zu ändern, dass man an Stelle des Diplomstudiums ein Bachelorstudium als ausreichende Qualifikation festlegt.

Gerade der Offiziersberuf ist aber als ein „Universalmanagementberuf" zu bezeichnen. Er tangiert zahlreiche andere Fachbereiche wie etwa Pädagogik, Psychologie bis hin zur Massenpsychologie, Rechtswissenschaften und zahlreiche Naturwissenschaften. Daher wird wegen der besonderen Komplexität dieses Berufes auch eine entsprechende formale Qualifikation zwingend erforderlich.

Auf ein Fachgebiet spezialisierte Berufe also (wie oben angeführt etwa die Juristen) weisen somit eine höhere formale Bildungsqualifikation auf wie „Generalisten", wie sich Offiziere des Bundesheeres wohl mit Recht bezeichnen können.

Das ist weder logisch nachvollziehbar und vor allem nicht attraktiv!

Und wenn man dann auch noch feststellt, dass die Offiziere mit einem weit über das Maturaniveau hinausgehenden weiteren Studium und der parallel zu diesem zu durchlaufenden Fachausbildung schlechtere Laufbahnaussichten haben als „Normale Maturanten" im Öffentlichen Dienst, dann versteht man, warum bereits angehenden Berufsoffiziere wegen eines Wechsels in ein anderes Ressort vorstellig werden.


WIR WOLLEN DAS NICHT; WIR WOLLEN SOLDATEN SEIN!
Macht daher unseren Beruf entsprechend attraktiv und behandelt uns leistungsgerecht!