Ein Milizoberst ist sauer und schreibt einen Brief.
Publiziert am von Christian M. Kreuziger

Erich Maria Hofer, Journalist mit dem Schwerpunkt Gesundheitswesen ist seit Jahrzehnten ein treuer Diener seines Herrn, der Republik Österreich. Dieser dient er seit vielen Jahren als Milizsoldat. Treu, ergeben aber nicht immer frei von vehementer, aber konstruktiver Kritik – innerhalb des Bundesheeres. Nun hat sich dafür entschieden, seine Kritik auch nach außen zu tragen. Mit einem offenen Brief an den Herrn Minister, der auch für die Landes-verteidigung zuständig ist. Das könnte ihn zwar seinen Job als Oberst der Miliz kosten, ist ihm aber gleichgültiig.

Sehr geehrter Herr Bundesminister!

Kurz zu meiner Person als Absender: Als langjähriger ehemaliger Zeitoffizier (Hauptlehroffizier, Kompaniekommandant und S3 an der HVS, heute HLogS WIEN) bin ich mobbeordert als S5 beim KdoEU (GenMjr BAIR) in WIEN und der öffentlichen Präsentation der Leistungen unseres Heeres seit vielen Jahren mitgestaltend und tief verbunden. Auch im Zivilberuf als Journalist leite ich eine branchenführende Fachzeitschrift sowie eine stark besuchte Online-Plattform im Wachstums- und Jobmotor-Segment des Gesundheits- und Sozialwesens. Mit diesem Schreiben gebe ich als Milizoffizier meiner tiefen Betroffenheit über die von Ihnen als HBM öffentlich inszenierten, von mir persönlich als überaus peinlich empfundenen Wendemanöver in Fragen der Wehrpflicht, die enorme Verunsicherung und Frustration nicht nur beim Heereskader, sondern auch in der zivilen Öffentlichkeit erzeugen, Ausdruck und protestiere dagegen auf das Schärfste.Wenn Sie sich persönlich in der Öffentlichkeit als Politiker desavouieren wollen, bitte sehr. Wenn jedoch das gesamte Bundesheer und seine verantwortlichen Repräsentanten für diesen medialen Overkill in Geiselhaft genommen und desavouiert werden, muss ich Sie als Staatsbürger in Ihre parteipolitischen Schranken weisen!
Ein derartiges heeresschädliches Verhalten hätte bei einem Soldaten jeden Ranges – der Sie ja niemals waren – unweigerlich und völlig zu Recht zu einer disziplinären Prüfung und wahrscheinlichen strikten Ahndung geführt. Ich bedaure, dass dies in Ihrem Fall rechtlich nicht möglich ist und auch der von mir hoch geschätzte UHPB als Oberbefehlshaber keine rechtlichen Möglichkeiten besitzt, Ihnen diesen groben Unfug zu untersagen!

Ob Sie mit dieser hochnotpeinlichen und unglaubwürdigen politischen Hü-Hott-Performance – unser Heer wohl als willkommenes Bauernopfer betrachtend – den vorgeblich angestrebten Landeshauptmannsessel des Burgenlandes erklimmen können, erscheint mir gerade in diesem sehr heeresfreundlichen Bundesland überdies mehr als fraglich…

Sollten Sie in Ihrer offenkundig gewordenen Führungsschwäche noch weitere Köpfe rollen lassen wollen, bitte nehmen Sie doch MEINEN – mehr als eine schlichte Entorderung können Sie dabei zum Glück nicht anstellen. Der von Ihnen angerichtete SCHADEN für diese Republik insgesamt sowie für unser Heer im Besonderen ist jedenfalls ist weit größer und nachhaltiger als Sie sich das überhaupt vorstellen können. Abschließend weise ich darauf hin, dass ich diesen Protest im Rahmen meiner Möglichkeiten massiv medial verbreiten und auch dem hoch geschätzten UHBP als Oberbefehlshaber, dem in dieser Causa offenbar nicht gut beratenen Herrn Bundeskanzler und weiteren Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens übermitteln werde. Zudem gebe ich meiner tief empfundenen staatsbürgerlichen Hoffnung Ausdruck, dass Ihr bedauerliches und desaströses politisches Wirken schon bald zu Ende sein möge, bevor das letzte Porzellan jahrzehntelanger positiver Image-Arbeit für unser Heer endgültig zu Bruch gegangen sein wird…
Mit dem Ihrem Amt geschuldeten Respekt, aber zutiefst verärgert grüßt
Erich M. HOFER, Oberst
Chefredakteur & S 5 (mob)

Quelle: Kreuzingers Blog (siehe Link im Publikationshinweis)

Respekt Herr Oberst, das ist es, was auch uns am Herzen liegt! Neben der tatsache, dass auch demokratische Grundrechte mit Füßen getreten werden!

Übrigens: Man findet am angegebenen Link noch andere gute Themen und Argumente, die man in der Diskussion einbringen und erörtern sollte.