Ermöglicht der Bolognaprozess
wünschenswerte Einsparungen?

Der Bolognaprozess basiert darauf, dass nach einem kurzen und möglichst fachbezogenen Studium der Wirtschaft rasch qualifizierte Arbeitskräfte zur Verfügung gestellt werden. Dafür dient das Bachelor-Studium.

Nach einer entsprechenden Berufspraxis sollen dann vertiefende / ergänzende Studien erfolgen. Dies wird mittels eines Masterstudiums ermöglicht.

Nach einer weiteren Berufspraxis könnte dann ein wissenschaftliches "Doktoratstudium" angeschlossen werden.

Mit diesem System soll vor allem der Praxisbezug der Wissenschaft sichergestellt werden. Es soll damit aber auch sichergestellt werden, dass der Großteil der Studierenden nicht endlos lange an den Universitäten verweilt, sondern möglichst rasch in das Berufsleben eintritt.

Zur Umsetzbarkeit dieser Absichten bedarf es allerdings entsprechender Steuerungsmaßnahmen!

So muss es zum Beispiel für die Bachelors attraktiv sein, in das Berufsleben einzutreten. Sie müssen das Gefühl haben, einen entsprechenden Stellenwert zu haben!

Wenn aber schon der Öffentliche Dienst für Bachelors keine Wertschätzung anbietet, warum soll es dann in der Gesellschaft ganz allgemein oder in der Privatwirtschaft anders sein?

Durch die Nichtanerkennung des Bachelorstudiums im Öffentlichen Dienst zwingt man die Studierenden, an der Universität zu verbleiben, um einen entsprechenden Stellenwert erhalten zu können.

Für die Universitäten bedeutet dies, dass sie länger als erforderlich mit einer nicht zu bewältigenden Anzahl an Studierenden konfrontiert sind. Dadurch wird es den Universitäten unmöglich gemacht, mit ihrem (sogar sinkenden) Budget auszukommen.

Damit wird es aber auch unmöglich, die Altersgrenze für den Bezug der Kinderbeihilfe zu senken, ohne die darauf angewiesenen Studierenden verarmen zu lassen.

Betrachtet man diese Frage also in all ihren Zusammenhängen kommt man sehr rasch zu folgenden Schlussfolgerungen:

Der Bachelor muss im Öfentlichen Dienst Anerkennung als Hochschulabschluss finden, damit dieses Studium attraktiv wird.
Ist das Bachelorstudium attraktiv, werden zahlreiche Studierende nach diesem Abschluss in den Arbeitsprozess eintreten. Damit ist aber der Wegfall etwa der Kinderbeihilfe für diese verbunden und ist somit ein Einsparungseffekt gegeben.
Die Universitäten werden durch weniger Studierende entlastet und können daher notwendige Einsparungen erzielen um mit dem zugewiesenen Budget tatsächlich auskommen zu können. Sicher gäbe es noch weitere Argumente, die aber hier zu weit führen würden. Jedenfalls bietet sich aber Folgendes an:

Vielleicht sollten wir alle versuchen, den Hausverstand zu Wort kommen zu lassen, ehe Maßnahmen gesetzt werden, die nur geeignet sind Unfrieden und Widerstand zu provozieren.