Offiziere müssen ein Studium vorweisen können

Militärische Aktionen werden grundsätzlich nur aufgrund politischer Entscheidungen durchgeführt.

Nachdem die politische Entscheidung für den Einsatz militärischer Kräfte getroffen worden ist, startet die (militärische) Planung der Aktion. Dazu braucht es entsprechende Zeit, um alle für die Aktion erforderlichen Ressourcen bereit zu stellen und die zeitlichen Abläufe (auch für Zuständigkeiten anderer) festzulegen. Ist eine politische Entscheidung absehbar, kann der Planungsprozess des Militärs zum Zeitpunkt der getroffenen Entscheidung bereits abgeschlossen sein und die Umsetzung sofort beginnen.

Daraus ist abzuleiten: Die Politik muss der Komplexität entsprechend entscheiden, dem Militär die erforderliche Zeit für die Planung militärischer Einsätze zugestehen und dies bei ihrer Entscheidungsfindung berücksichtigen. Passiert das nicht, so können daraus gravierende Fehler resultieren.

Seitens des Militärs sollten erwartbare Entscheidungen frühzeitig erkannt und durch Planung mögliche Einsätze entsprechend vorbereitet werden. Alarm- und Einsatzpläne für alle denkbaren und wahrscheinlichen Fälle sind notwendig. Unvorbereitet zu sein, wäre jedenfalls ein Fehler.

Bewertet man aktuelle Geschehnisse (z. B. Afghanistan) unter diesen Aspekten, so werden uns sowohl die Richtigkeit der oben getroffenen Aussagen als auch die Folgen von Versäumnissen deutlich vor Augen geführt.

Wir erwarten daher, dass man sich in Österreich der Verantwortung bewusst ist und sachlich richtig mit allen Einsatzorganisationen umgeht, besonders mit dem Bundesheer!

Das bedeutet für uns auch die Anerkennung der Qualifikation unserer Führungskräfte!

Über 80 junge Menschen haben gerade die Berufsoffiziersausbildung an der Theresianischen Militärakademie begonnen und müssen nach Abschluss ihres Studiums natürlich ihrer Qualifikation entsprechend eingestuft werden. Das gilt für den Ausmusterungsjahrgang 2021 ebenso wie für alle älteren Jahrgänge.
Das Verharren in bisherigen Gepflogenheiten ist nicht länger zu akzeptieren, weil es den Beruf unattraktiv macht und dem Ansehen des Bundesheeres schadet.

Wir erwarten uns und ersuchen darum, die notwendige politische Entscheidung in dieser Frage zu treffen, ehe es zu spät ist.