Geschätzte Leser dieser Zeilen!
 
Die Geschehnisse in Afghanistan bedrücken mich.
Einerseits, weil es zeigt, dass man in der Politik nicht genügend Geduld aufbrachte und nicht bereit war zur Kenntnis zu nehmen, dass gewisse Entwicklungen nicht innerhalb einer Generationsperiode (also in zumindest etwa 15 Jahren) zu erledigen sind, andererseits aber auch weil es beweist, dass man ohne Berücksichtigung elementarer militärischer Grundsätze nicht erfolgreich sein kann. Auch bei "Flucht" oder "Rückzug" darf man die eigenen Kräfte nicht gefährden oder in Stich lassen!
 
Dass dies passierte, ist ein Armutszeugnis für die handelnden verantwortlichen Militärs und / oder für jene Politiker / Politikerinnen, die allenfalls getätigte Einwände der Militärs offensichtlich ignoriert haben.
 
Es gibt aber auch noch andere Aspekte, die mich nachdenklich stimmen: Politisch Willfährige in bestimmten Funktionen müssen nicht zwingend über fachliche Expertise verfügen, auch wenn sie vorgeben, solche zu besitzen. Das sollte bei der Personalauswahl wohl berücksichtigt werden, weil es auch eine Frage der Motivation für alle handelnden Menschen sein kann.
Das haben Regierung und Armee Afghanistans wohl deutlich vor Augen geführt.
 
Die Auswirkungen auf die Bevölkerung Afghanistans und auf zahlreiche Einzelschicksale ebendort sind jedenfalls fatal. Die Verantwortung dafür kann jedenfalls nicht ausschließlich an die Taliban abgeschoben werden.
Ich hoffe, dass man in Österreich solche Fehler nicht macht und Recht und Gerechtigkeit nicht ignoriert!
 
Dr. Siegfried Albel, Obst i.R.