Die Interessensgemeinschaft der Berufsoffiziere (IGBO) beurteilt die Absicht der Bundesregierung, dem Bundesheer eine weitere Reduktion der schweren Waffen zu verordnen, als unverantwortlich.

Wer ein modernes Heer haben will, der muss die Prinzipien dafür auch respektieren und verstehen, dass Militär ein System ist, das aus vielen Komponenten besteht. Infanterie mit leichten Waffen und Cyberabwehr ist ein Teil dieser Komponenten, reicht aber alleine nicht aus, um den Erfolg in einem Einsatz zu garantieren. Jeder nutzt für seinen Computer einen Virenschutz. Die Haustüre hat deswegen aber noch niemand verkauft!

Plant man also kein umfassendes „System Bundesheer“, dann gefährdet man damit Österreich, unsere Soldaten und stellt unsere Souveränität deutlich infrage. Zum Nachteil Österreichs. Wollen das die Regierungsparteien?

Unbestritten lässt sich über vieles diskutieren – aber nicht, ohne Zusammenhänge und Auswirkungen zu berücksichtigen! Das schafft Misstrauen und Vertrauensverlust. Vertrauen ist aber nicht nur für Soldaten und Soldatinnen unverzichtbar. Es schlägt sich mit Sicherheit auch in der Außenpolitik und der Glaubwürdigkeit Österreichs innerhalb der Staatengemeinschaft zu Buche.

Soldaten müssen ihren Beruf mit Aussicht auf Erfolg ausüben können. Sie helfen gerne, wann immer es erforderlich ist und andere nicht ausreichen oder nicht mehr können.

Keine eigenes Heer zu haben „ladet“ aber fremde Heere ein – das wird dann erst richtig teuer, gefährlich und verhindert Selbstbestimmung. Das lehren die Ukraine, Jemen und viele andere Beispiele.

Wollen wir das?

Wollen wir nicht ein funktionierendes Bundesheer?