„Message-Control“ im Bundesheer – ein seltsames Symptom

 

Seit geraumer Zeit habe ich eine mangelnde Diskussionskultur in Österreich, auch innerhalb des Bundesheeres, angesprochen und kritisiert.

Ich habe das Gefühl, dass Fragen und Gegenvorschläge bestenfalls als persönlicher Angriff aufgefasst werden, anstatt sie zu einer sachlichen und konstruktiven Diskussion zu nutzen.

Dies ist für mich nunmehr in beinahe allen Bereichen unserer Gesellschaft zu bemerken. Ich registriere Diskussionsunfähigkeit, Diskussionsverweigerung und Sprachlosigkeit. Ausgenommen davon ist das permanente Wiederholen der eigenen Meinung, aber meist ohne auf vorgebrachte Argumente anderer einzugehen.

Dieses Verhalten vor allem von Politikerinnen und Politikern ist einerseits kein gutes Vorbild und muss andererseits dazu führen, dass man sich unverstanden, ja sogar provokant ignoriert fühlt. Das aber fördert letztlich extreme Standpunkte und extremes Verhalten. Dies vor allem, um der empfundenen Ignoranz durch jene, die darauf angewiesen sind, dass man sie im Vertrauen bei den Wahlen mit seiner Stimme bedenkt, entgegentreten zu können.

Wer dies so sieht wird zugeben müssen, dass mit ehrlicher und offenen Auseinandersetzung mit anderen Meinungen der wohl einzige Weg besteht, die Gesellschaft zu einen statt sie zu spalten, Zustimmung zu gewinnen statt Gegnerschaft. Zugleich aber ist zu erkennen, dass man bewussten Fehlinterpretationen und Falschmeldungen klar entgegentreten muss.

Journalismus hingegen wird gut beraten sein, sich auf korrekte Berichterstattung, auch von Gegenmeinungen, zu konzentrieren und eigene Interpretationen davon klar zu trennen. Das ist wohl die wahre Kunst guter Journalisten und Journalistinnen.

Jeder von uns trägt in dieser Frage Verantwortung für unsere Gesellschaft und deren Entwicklung. Vor allem betrifft das jene, die in öffentlich wirksamen Funktionen tätig sind. Politikerinnen und Politiker, Repräsentanten von Organisationen, Journalistinnen und Journalisten.