Der Obmann der ÖVP, Sebastian Kurz, sprach sich in der Pressestunde am vergangenen Sonntag für mehr Budget für das Bundesheer aus und betonte besonders die Ausstattung der Miliz.
Das ist grundsätzlich positiv und entspricht auch den Ergebnissen der jüngsten Meinungsumfragen zu diesem Thema, wonach mehr als 60% der befragten Personen ein höheres Budget für das Bundesheer forderten. Und natürlich ist es eine Frage der Verantwortung, die entsprechenden Ausstattungen nicht nur für die aktiven Verbände des Bundesheeres bereit zu stellen, sondern auch für die erforderliche Miliz.

Die IGBO bedauert aber zutiefst, dass Herr Kurz eine Verlängerung der Inanspruchnahme der Wehrpflichtigen auf 8 Monate nicht zustimmt, obwohl in der angesprochenen und in den heutigen Medien kolportierten Meinungsumfrage sich auch dafür die Mehrheit der Befragten ausgesprochen hat.

Wenn man davon ausgeht, dass bei Terror oder bei Blackout sofort eine entsprechende Zahl an militärischen Formationen erforderlich ist, dann gibt es nur 2 Möglichkeiten, diese bereit zu haben: Entweder man hat ausreichend (teure) Berufssoldaten, oder man hat durch einen Mix aus Berufssoldaten und entsprechend ausgebildeten Rekruten billiger eine deutlich größere Anzahl an  Formationen verfügbar. Dies kann durch Steuerung der Einrückungstermine im Wechsel immer andere Verbände betreffen, was den Vorteil hätte, dass in Spannungssituationen eine Überlastung des Personals vermieden werden kann.
Darüber hinaus könnte man die abrüstenden Rekruten auf freiwilliger Basis auch gut in die Miliz übernehmen, da sie nach Erreichen ihrer Feldverwendungsfähigkeit (nach dem 6. Ausbildungsmonat) viel zusätzliche Ausbildung wegfallen kann.

Die Dauer des Grundwehrdienstes von 8 (statt bisher 6 Monaten) würde dem Bundesheer also erlauben, immer eine entsprechende Anzahl von einsatzbereiten Teilen verfügbar zu haben und damit ökonomisch seinen Aufgaben nachkommen zu können. Für die Miliz würde das bedeuten, dass sie auf eine hohe Zahl schon bestens ausgebildeter Soldaten für viele Funktionen zurückgreifen könnte und nicht ausschließlich auf jene Soldaten angewiesen ist, die in Form von Wiederholungsübungen zur Feldverwendungsfähigkeit geführt werden müssen.

Die Zeiten, wo man Miliz einberufen und danach (durch Wochen?) für ihre Aufgabe ausbildete, bis sie eingesetzt werden konnten, sind vorbei. Solche Truppen kämen etwa bei Terror und Blackout jedenfalls zu spät.

Das sollte man bedenken, wenn man von Geld für das Bundesheer spricht und danach vernünftige Entscheidungen treffen. Der Generalstabschef, der Herr Bundesminister und im heutigen Standard GenLt Luif weisen nach, dass man nicht einfach mehr Geld fordert, sondern sich auch der Sparsamkeit im Sinne des Gesamtwohls verpflichtet fühlt.

Das erwarten wir uns wohl zu Recht auch von der Politik!